Liga-Team jagt Bestzeiten über zehn Kilometer

Triathleten der TSG Roth bekämpfen die MOTIVATIONSFLAUTE mit einer Lauf-Challenge und haben auch die Breitensportler angesteckt.
Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga durften die Triathleten der TSG 08 Roth gleich wieder vom Rad steigen. Da mit der Absage von bislang drei der fünf Renntage - darunter der vereinseigene am Rothsee die Liga abgehakt ist, startet das Team eine Corona Lauf-Challenge. Auch Breitensportler des Vereins nehmen die Herausforderung an.

„Der grundlegende Gedanke war ganz simpel“, erklärt Bundesliga-Starter Alex Richter. „Bei uns im Team herrscht eine große Motivations-Flaute. Wenn alle Wettkämpfe abgesagt und dazu noch die Aussichten einfach schlecht sind, bist du schon relativ schnell mental ausgesaugt. Wir haben immer noch keine Möglichkeit zum Schwimmtraining, obwohl die Infektionsgefahr im Chlorwasser erwiesenermaßen nicht höher ist als anderswo, und Radfahren in der Gruppe im Freien ist zwar erlaubt, bei geforderten 50 Meter Mindestabstand aber unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit völliger Unsinn. Die soziale Komponente bleibt da auch absolut auf der Strecke. Was bringt es mir, wenn ich mich mit vier anderen zum Radtraining treffen darf, dann aber 50 Meter Abstand halten muss? Da haben wir uns im Liga-Team gedacht, wir brauchen jetzt etwas, um wieder ein bisschen Druck in den Kessel zu bringen“, beschreibt Richter die Lage.

Da das Laufen im Freien immerhin mit einer weiteren Person erlaubt ist, fiel die Wahl einstimmig auf einen Zehn-Kilometer-Trainingslauf, wobei jeder Teilnehmer dieser Challenge in den kommenden acht Wochen den gleichen Trainings-Plan absolviert. Richter ergänzt: „Die Challenge besteht darin, dass wir versuchen werden, unsere aktuell bestehenden Bestzeiten auf zehn Kilometer Laufen nach der jetzt anstehenden achtwöchigen Vorbereitung zu unterbieten.“ Thomas Herrmann, Abteilungsleiter der Triathlon-Sparte in der TSG, unterstützt seine Athleten auf diesem Weg. „Die Jungs kamen mit der Idee auf mich zu und haben gefragt, ob ich ihnen auf freiwilliger Basis jeweils wöchentlich einen detaillierten Trainingsplan erstellen könnte, damit jeder mit der gleichen Vorbereitung in acht Wochen an die virtuelle Startlinie gehen kann. Die Einheiten sind hierbei identisch, lediglich die Intervall-Zeiten oder Tempo-Vorgaben sind an die jeweiligen Zielzeiten der Jungs angepasst. Auch wenn die Einheiten lediglich als Trainingsvorschläge zu verstehen sind, der Grundgedanke hat mich einfach sehr überzeugt und da helfe ich natürlich gerne weiter“, meint Herrmann mit einem Augenzwinkern.

Wenn es in acht Wochen wieder erlaubt ist, wird man sich gemeinsam auf Bestzeitenjagd begeben. Wichtig hervorzuheben ist bis dahin jedoch: jeder für sich und jeder gegen seine eigene GPS-Uhr.

„Auch wenn man sich in der derzeitigen Situation nur bedingt gemeinsam vorbereiten kann, entsteht über die virtuelle Verbindung und das gemeinsame Ziel dennoch eine große Motivation. Da hat man richtig Lust, mit dem Plan zu beginnen und sich in den kommenden acht Wochen mal wieder ein bisschen reinzuhängen. Es wurde auch extra eine WhatsApp-Gruppe nur für diesen Zweck gegründet, zum gegenseitigen Austausch nach den Einheiten oder zur Motivation anderer“, beschreibt Richter die Hintergründe.

Nachdem die Resonanz im Triathlon- Liga-Team so groß war und nahezu alle Starter ihre Teilnahme bekundet haben, erweiterte man den Teilnehmerkreis auf die gesamte Triathlonabteilung.

Der Einladung zur Challenge ist zum Beispiel Zoltan Belsô gefolgt. Seit mehreren Wochen trainiert er alleine, die Motivation schwindet dadurch langsam aber sicher.
Da kam ihm die Einladung zur Challenge sehr gelegen: „Meine Bestzeit stammt zwar aus dem Jahr 2006, da komme ich wahrscheinlich trotz den tollen Plänen vom Thomas nicht mehr ran.
Aber allein die Möglichkeit, gemeinsam mit den Liga-Jungs im Hintergrund, auf ein gemeinsames Ziel hinzutrainieren, gibt mir jetzt schon einen ordentlichen Motivations-Schub.“

Auch Johannes Breitenbach freut sich nun auf die kommenden acht Wochen: „Nachdem ich dieses Jahr meine erste Triathlon-Lang-Distanz in Roth absolvieren wollte, war nach der Absage natürlich motivationstechnisch alles im Eimer.

Obwohl ich im Home-Office genügend Zeit hätte, fiel es mir nicht leicht, mich zum Training zu motivieren. Daher kam mir die ausgelobte Herausforderung der Liga-Jungs genau recht. Einfach mal gemeinsam mit anderen austesten, was in Sachen Tempo beim Laufen geht. Auch wenn das ,gemeinsame’ Laufen bis auf weiteres virtuell stattfindet, ist es schön zu spüren, gemeinsam auf ein Ziel hinzutrainieren. Das macht einen Verein ja aus.

Mit meinen 45 Jahren und 42:30 Minuten Zielzeit auf zehn Kilometer kann ich mich zwar nicht mit den Liga-Jungs messen, dort sind Zeiten von unter 35:00 Minuten der Schnitt, aber darum geht es ja auch nicht. Jeder gibt sein Bestes, egal wie schnell er am Ende ist.“ Markus Killinger spricht ähnlich: „Endlich wieder einen Trainingsplan zu haben, an dem man sich auf- und abarbeiten kann, macht einfach Spaß. Auch gemeinsam im Austausch mit den Liga-Jungs zu sein und dabei neue Dinge zu lernen, ist ein großer Ansporn und hilft mir hoffentlich dabei, meine geplante Zielzeit von 43:00 Minuten zu unterbieten.“ Insgesamt hatte man nach nur einem Tag mehr als 25 TSGler an Bord. Kurzentschlossene TSG-Mitglieder können jederzeit Teil der Herausforderung zu werden. Die kürzere Vorbereitungszeit erschwert jedoch natürlich den Weg zur neuen Zehn-Kilometer-Bestzeit, Spaß und Motivation bringt es aber allemal.

Selbst ausgedachte Maßnahmen wie diese, um in Zeiten der Corona-Krise nicht die Motivation zu verlieren, bestätigen einmal mehr den Kampfgeist der Triathleten. Man freut sich nun in den Reihen der TSG auf die kommenden acht Wochen. „Jetzt steht erstmal der Spaß am strukturierten Trainingsalltag wieder im Vordergrund. Getreu dem Motto, der Weg ist das Ziel, hoffen wir, uns ein bisschen ablenken zu können von den traurigen Umständen und machen uns jetzt den sportlichen Alltag zumindest etwas abwechslungsreicher“, meint Richter.

Alex Richter

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